Weshalb gibt es überhaupt Normung?
Normen sind in einer hoch entwickelten und arbeitsteiligen Gesellschaft eine Selbstverständlichkeit.
- Wer eine neue Glühbirne einschraubt, erwartet, dass Fassung und Gewinde zueinander passen.
- Wer einen Geschäftsbrief ins Kuvert steckt, erwartet, dass die Adresse vollständig im Fenster des Umschlags zu sehen ist.
- Wer einen Großauftrag zu vergeben hat, möchte vollständige und vergleichbare Angebote bekommen.
- Wer mit Konstruktion oder Fertigung beschäftigt ist, kann seine Arbeit ohne Normen kaum bewältigen.
Die Reihe der Beispiele ließe sich beliebig fortsetzen. Sie alle zeigen: Normen begleiten uns in unserem Berufsleben, aber auch im Alltag, auf Schritt und Tritt.
Was sind Normen?
- Sie sind qualifizierte Empfehlungen, ihre Anwendung ist somit grundsätzlich freiwillig und sinnvoll. Immer öfter sind Normen die Voraussetzung für die Lösung technischer und wirtschaftlicher Aufgaben.
- In besonderen Fällen kann der Gesetzgeber (Bund oder Länder) Normen oder Teile von Normen durch Gesetz oder Verordnung auch für "verbindlich" erklären. Dann ist die Einhaltung dieser Normen nicht mehr freiwillig, sondern zwingend.
- Normen stellen den jeweils aktuellen Stand von Technik und Wirtschaft dar.
- Sie sind für jedermann zugänglich, und sie sind das Fundament, von dem aus sinnvolle Weiterentwicklung (erst) möglich ist: genormte Begriffe, genormte Anforderungen, genormte Qualitäts-, Sicherheits- und Prüfkriterien.
- Damit bilden Normen die Basis für geordnete Abläufe in allen Bereichen von Wirtschaft und Verwaltung.
- Für österreichische Exporteure sind Normen aber auch ein wichtiges Instrument bei der Eroberung neuer Märkte.
Wer macht Normen?
Gemacht werden Normen genau von jenen, die sie später auch benötigen.
- Unternehmer
- Behörden
- Verbraucher und
- Wissenschafter
Rund 5 600 Personen arbeiten an der Normung, die in Österreich vom Österreichischen Normungsinstitut (ON) geleitet und koordiniert wird, mit. Diese bringen ihr Spezialwissen in die Normungsgremien, die so genannten ON-Komitees, ein.
Um Akzeptanz und Anwendung weitestgehend sicherzustellen, werden ÖNORMEN nur im Konsens, dh. einstimmig, in den ON-Komitees beschlossen.
Normenentwürfe werden vor der endgültigen Fertigstellung einem öffentlichen und für jedermann zugänglichen Stellungnahmeverfahren unterzogen und erst dann veröffentlicht.
Wem nützt Normung?
- dem Hersteller, der sein Produkt auf einer fundierten technischen Basis rationell herstellen will
- dem Konsumenten, der sicher sein kann, mit einem normgerechten Erzeugnis auch ein gutes Produkt zu erwerben
dem Wissenschafter, der durch genormte Mess- und Prüfverfahren zu vergleichbaren Ergebnissen kommt - Prüfanstalten, die mit Hilfe genormter Tests ihre Kontrollfunktionen wahrnehmen können
Viele Schutzfunktionen, heute selbstverständlich, wären ohne Normen gar nicht möglich. Arbeitsschutz, Umweltschutz, Konsumentenschutz oder Gesundheitsschutz - um nur einige zu nennen.
Wie viele Normen gibt es?
Europäische Normen haben heute unter den knapp 20 000 in Österreich gültigen ÖNORMEN bereits einen Anteil von mehr als drei Viertel.
Europäische Normen müssen grundsätzlich in die nationalen Normenwerke der Mitgliedsorganisationen des CEN (Europäisches Komitee für Normung) übernommen werden.
In Österreich tragen sie die Bezeichnung ÖNORM EN bzw. ÖNORM EN ISO (wenn die Europäische Norm zugleich eine Internationale Norm ist).
Damit gelten dann in 30 Ländern zu einem Thema die gleichen Bestimmungen, Anforderungen oder Prüfverfahren. Im Rahmen der Erweiterung der Europäischen Union wächst auch die Zahl der CEN-Mitglieder, womit sich die Zahl der Staaten, in denen Europäische Normen zur Anwendung kommen, laufend erhöht.
Kontakt
Weitere Informationen über Normung finden Sie in den Grundlagen.
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FAQ
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Fragen & Antworten zur Normung
Abkürzungen, Fachbegriffe, nationale Besonderheiten - bei der Fülle von Informationen in der Welt der Normung den Überblick zu behalten, ist oft ganz schön kompliziert. Manche Fragen werden uns immer wieder gestellt.
Zitat
"Normung will den Menschen befreien: von der Routinearbeit, die ein Missbrauch des menschlichen Denkvermögens ist."
Prof. Dr. Eugen Wüster (1898-1977)




